Der erste Winter ist der schlimmste

Chefärztin Edith Bieck über die Erkältungszeit bei Kindern

Torgau. Laufende Nasen, kratziger Hals und ein schmerzender Kopf: es ist unüberseh- und hörbar, dass die Erkältungssaison begonnen hat. Als Erwachsener geht man dann den meisten Kollegen und Freunden so gut wie möglich aus dem Weg, bis die ansteckende Gefahr vorbei ist. Kinder jedoch spielen, tollen und basteln in der Einrichtung und kommen so ganz unweigerlich mit Erkältungsviren in Berührung, ohne dass man viel mehr dagegen machen könnte, als die kleinen Hände zu waschen und die Nase zu putzen TZ sprach dazu mit Edith Bieck, der Chefärztin für Kinder- und Jugendheilkunde am Torgauer Kreiskrankenhaus Johann Kentmann.

 

Liebe Frau Bieck, beginnt bei Ihnen auf Station jetzt die hektische Zeit mit Erkältungsinfektionen jenseits von Beinbrüchen und Blinddarmentzündungen?

Wir merken, die Infektzeit hat begonnen, aber es gibt noch keine komplizierten Infekte. Einige Noroviren-Fälle haben wir, noch keine Grippe/Influenza. Die Eltern nutzen unsere Notsprechstunde an den Wochentagen, wenn kein Kinderarzt oder Hausarzt mehr offen hat und am Wochenende, wenn die Medikamente nicht mehr übers Wochenende reichen. Man kann unsere Abteilung  dann über Telefon erreichen und sich anmelden. Oft kann die Schwester dann schon einen Rat, zum Beispiel zur Fiebersenkung, geben und sagen, wann der beste Zeitpunkt ist, um zu uns zu kommen.

Viele versuchen ja doch erstmal daheim und mit Hausmitteln gegen die Schnupfnasen und kratzenden Hälse vorzugehen - ab wann wird das zum Risiko und was sollten Eltern nicht zu lange beobachten?

Hausmittel sind oft hilfreich bei banalen Infekten. Die Eltern sollten ihre Kinder vorstellen, wenn Fieber >40°C besteht, das Fieber über 3 Tage andauert und gleich von morgens an besteht. Und je jünger das Kind ist, um so zeitiger sollten es vorgestellt werden. Säuglinge unter 6 Monaten sollten eher schon am 1. Fiebertag vorgestellt werden. Ein weiteres Kriterium für zeitiges Vorstellen ist eine ungenügende Flüssigkeitsaufnahme. Essen tun viele Kinder im Infekt nicht gut, aber Trinken ist notwendig, gerade bei Fieber.

Gerade kleine Kinder haben oftmals noch Angst und werden bei der Untersuchung unruhig bis sehr quengelig, manche weinen herzzerreißend - können Eltern das vermeiden und sich und die Kleinen auf den Besuch vorbereiten?

Bei Infekten fühlen Kinder sich nicht wohl und quengeln besonders, auch wenn sie sonst kleine Sonnenscheine sind. Für uns ist wichtig, dass Eltern den Krankenhausbesuch nicht als Drohung verwenden, „Wenn du nicht isst, musst du ins Krankenhaus“, sondern die positive Botschaft vermitteln, dass es ihnen besser geht, wenn sie hier waren.

Was können wir tun, um unsere Kinder nach überstandener Krankheit möglichst gesund durch den Virenwinter zu leiten?

Je nach Alter des Kindes kann man leider wenig dagegen tun, dass Kinder eben über den Winter mit allen Viren kämpfen, die da gerade im Umlauf sind. In ihrem ersten Winter sind das besonders viele. Dann wird es jeden Winter besser. Mit 3-4 Jahren haben sie alle wichtigen Viren durchgemacht und sind relativ stabil. Und die Eltern machen sie meist dann auch nochmal mit und stecken sich von ihren Kindern an. Wichtig sind Vitamine, genug zu trinken und gesunder Schlaf. In Watte packen sollte man Kinder nicht, eine gute Abhärtung und viel Toben auch bei kalten Temperaturen draußen stärkt auch die Abwehr. Nur kalt werden sollten sie eher nicht.                        

Gespräch: Julia Tiedke, Torgauer Zeitung

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