Hilfe für übergewichtige Kinder

Das Problem ist deutlich sichtbar – eine Zunahme übergewichtiger Kinder der verschiedensten Altersgruppen ist traurige Realität. Wer die Augen davor nicht verschließt, erkennt, dass Torgau keineswegs eine Ausnahme macht. Handlungsbedarf ist gegeben. Ein Hoffnungsschimmer: Bei der Schuleingangsuntersuchung 2009/2010 sank der Anteil der Kinder mit krankhafter Fettleibigkeit (Adipositas) von 5,4 Prozent auf 4,97 Prozent. Aber hält dieser Trend an?

„In unserer täglichen Praxis erleben wir, mit welchen gesundheitlichen und psychischen Belastungen übergewichtige Kinder zu kämpfen haben. Das ist teilweise schon dramatisch“, weiß Dr. med. Walter Pernice, Chefarzt der Kinderabteilung der Kreiskrankenhaus Torgau „Johann Kentmann“ gGmbH. Die Betroffenen brauchen dringend Hilfe und Unterstützung. Deshalb hat sich unter der Leitung von Chefarzt Dr. Pernice ein Team gebildet, zu dem die Kinderpsychologin Diana Loos,  die Diätassistentin und Ernährungsberaterin Britta Engemann sowie der Sportlehrer Hans-Günther Rietschel gehören. Das Team absolvierte eine anerkannte Fortbildung zur Adipositasbehandlung. Diese erfolgte an der Adipositas-Akademie in Freiburg im Breisgau (gehört zur Universitätsklinik) und an der Sportschule in Steinbach. Grundlage für die Qualifikation bildet ein anerkanntes und zertifiziertes Programm zur Adipositasbehandlung. Nach dessen erfolgreicher Absolvierung konnte nun das Kreiskrankenhaus Torgau als Therapieeinrichtung durch die Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. und die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) zertifiziert werden. Das Kreiskrankenhaus Torgau erfüllt demnach die Struktur-, Konzept-, Prozess- und Ergebnisqualitätskriterien des Konsensuspapiers der Spitzenverbände der Krankenkassen, des Bundesgesundheitsministeriums und der AGA.

„Wir sind natürlich Stolz auf diesen Erfolg und gehen zielstrebig an die Umsetzung“, machte Dr. Pernice deutlich. Seit circa 35 Jahren nämlich laufen gezielte Untersuchungen zur Adipositas-Erkrankung,   deren Ergebnisse wissenschaftlich anerkannt sind. Dabei hat sich gezeigt, dass Sport, psychologische Betreuung und richtige Ernährung für den Erfolg bei den betroffenen Kindern entscheidend sind. Nach der differenzialdiagnostischen Abklärung bietet das Torgauer Team eine Beratung und Schulung für die Kinder an, in die auch die Eltern einbezogen werden. Eine Langzeitbetreuung durch die Kinderpsychologin erfolgt ebenfalls. Dreimal wöchentlich soll intensiv Sport getrieben werden. Termine in den Torgauer Sporthallen stehen zur Verfügung, Sportlehrer Hans-Günther Rietschel übernimmt die fachliche Betreuung.

Finanziert werden soll das Projekt durch die Krankenkassen, wobei ein Elternanteil von 35 Euro im Monat zu tragen ist. Völlig unverständlich für mich sieht die AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen, keinen Bedarf für unser Betreuungs- und Behandlungsprogramm, sodass bisher eine Kostenübernahme abgelehnt wurde“, berichtet Chefarzt Pernice.  Dabei sind die Zusammenhänge von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes und dem metabolischem Syndrom (Bluthochdruck, Arterienverkalkung und hohes Schlaganfallrisiko) längst durch Studien nachgewiesen. „Nachgewiesen ist auch, dass zwei Drittel der Kinder, die solche Schulungen besuchten, davon langfristig profitierten. So könnten enorme Kosten gespart werden“, weiß der Mediziner aus Erfahrung.

www.torgauerzeitung.com

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