"Keine unnötigen Operationen"

Aktuelle Ereignisse um Organtransplantationen in Krankenhäusern wie dem Uniklinikum Leipzig sowie jüngste Untersuchungen und statistische Erhebungen zum Operationsgeschehen lassen Teile des Gesundheitswesens in einem sehr fragwürdigen Licht erscheinen. Regiert das Streben nach Geld und nicht das Patientenwohl den Klinikalltag? TZ suchte zu den heiß diskutierten Fragen das Gespräch mit Dr. med. Joachim Müller, Chefarzt und Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Torgau „Johann Kentmann“ gGmbH.

TZ: Stimulieren die Verträge mit den Chefärzten des Torgauer Kreiskrankenhauses diese auch zu einer großen Zahl von Operationen, um damit gut zu verdienen?

Dr. Müller: Ein klares „Nein“! Die Chefarztverträge unseres Hauses enthalten keinerlei Bonusklausel. Bei uns werden die Operationen entsprechend der medizinischen Wissenschaft und dem Bedarf vorgenommen. Es muss also kein Patient befürchten, dass er unnötig operiert wird.

Sie müssen doch aber sicher zugeben, dass auch im Gesundheitswesen der Reiz des Geldes nicht wegzudiskutieren ist?

Da haben Sie völlig recht. Doch es darf einfach nicht so sein, dass eine Prämierung der Anzahl von erbrachten Leistungen im Vordergrund steht. Da lassen sich ganz andere Kriterien heranziehen. So handhaben wir dies auch in den Verträgen und nicht nur bei den Chefärzten.

Der jüngste Organspendeskandal am Uniklinikum Leipzig wirft auch bei den Patienten in Torgau so manche Frage auf. Wie stehen Sie dazu?

In den Medien wird gegenwärtig ein Bild gezeichnet, das auf gierige Mediziner schließen lässt, die finanzielle Gründe für ihr Tun vermuten lassen. Daran habe ich echte Zweifel. Ich glaube schon, dass im Sinne der Patienten entschieden wurde. Und dabei geht es eben nicht nur um einen Platz auf einer Liste, sondern um die aktuelle Bedürftigkeit. Vor einer Vorverurteilung plädiere ich für eine genaue Untersuchung der Umstände und der Offenlegung der Gründe.

Befürchten Sie einen Rückgang der Bereitschaft zur Organspende durch die jüngsten Ereignisse?

Das ist echt zu befürchten. Doch als Arzt warne ich davor. Keiner von uns kann wissen, wie schnell oder wann er ein Spenderorgan benötigt. Deshalb muss alles getan werden, um die Spendenbereitschaft sogar noch zu stimulieren.

Welche Gründe gibt es aus Ihrer Sicht für den steigenden Bedarf an Transplantationen und Implantationen, wie beispielsweise bei Gelenken?

Da spielt die hohe Lebenserwartung der Menschen in Deutschland eine ganz wichtige Rolle. Unser humanes Gesundheitssystem sichert auch hochbetagten Menschen die Chance zu, ein Organtransplantat oder eben ein hochmodernes und effektives Implantat zu bekommen. Das gibt es vergleichbar nur in ganz wenigen Ländern Europas. 

www.torgauerzeitung.com

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