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17.07.2010 - Baby-Boom im Kreiskrankenhaus
TZ: Sieben Babys mit ihren Muttis haben wir gestern, am Freitag, schon fotografieren können – war das etwa nur die berühmte „Spitze des Eisbergs“?
E. Bieck: Das kann man wohl so sagen. Die sieben Kinder wurden innerhalb von 24 Sunden geboren. Vom vergangenen Freitag zum gestrigen Freitag waren es aber bereits 19 Kinder, darunter ein Zwillingspärchen. Zwillinge hatten wir damit seit Mitte Juni schon das dritte Mal. Wir haben richtig viel zu tun, und das freut uns alle sehr.
Wie viele Geburten gibt es im Torgauer Krankenhaus pro Jahr?
2009 hatten wir 430 Entbindungen. Die Anteile von Mädchen und Jungen waren damals fast gleich. In diesem Jahr gab es bereits 219 Entbindungen. Der Jungenanteil ist diesmal aber mit 131 – das sind 58,2 Prozent – gegenüber 94 Mädchen – 41,8 Prozent – deutlich höher.
Erkennen Sie einen Trend in der Entwicklung der Geburtenzahlen?
In den letzten Jahren war die Geburtenzahl eher gleichbleibend. Aber jetzt rechnen wir doch schon mit einem Ansteigen. Der Juni war in diesem Jahr mit 44 Entbindungen bislang die Spitze, im Juli haben wir jetzt aber auch schon wieder 28 Geburten, das sieht nach einem neuen Spitzenwert aus.
Wie erklären Sie sich den Erfolg der Torgauer Geburtshilfe-Station?
Bei uns gibt es „rooming in“ Tag und Nacht, das heißt, die Muttis bekommen ihre Kinder regelmäßig angelegt. Wir sind ein sehr stillfreudiges Krankenhaus. Hinzu kommt die bewährte 24-Stunden-Bereitschaft der Kinderärzte der Kinderstation, die andere Häuser nicht haben. Wir legen darüber hinaus sehr viel Wert auf möglichst viele Spontangeburten, zum Beispiel auch bei Beckenendlagen. 2009 kam der Kaiserschnitt „nur“ in 88 Fällen zum Einsatz, das sind etwa 20 Prozent, da liegen wir an der unteren Grenze des Durchschnitts.
