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01.06.2011 - Erfolge für Torgauer Darmzentrum
Seit seiner Gründung im Jahr 2006 hat das Darmzentrum am Torgauer Kreiskrankenhaus, es war das erste in Ostdeutschland, eine beeindruckende Entwicklung genommen. Jüngster Erfolg: Vor wenigen Wochen gelang die erfolgreiche Rezertifizierung. „Durch Onkozert, das unabhängige Institut der deutschen Krebsgesellschaft, das die Begutachtung der Arbeiten der Krebszentren vornimmt, erfolgte auch beim Darmzentrum Torgau die Rezertifizierung“, erläuterte Chefarzt Dr. med. Olaf Breitbarth, der gleichzeitig mit Chefarzt Dr. med. Egbert Eggers Leiter des Darmzentrums am Torgauer Kreiskrankenhaus ist. Torgau darf sich nun mit offizieller Bezeichnung „Zertifiziertes Darmzentrum der Deutschen Krebsgesellschaft“ nennen.
Gleichzeitig erfolgte durch den TÜV Süddeutschland eine Rezertifizierung hinsichtlich des Qualitätsmanagements nach ISO 9001. Damit findet die erfolgreiche Arbeit des Darmzentrums Torgau ihre Würdigung. Das Zentrum ist Mitglied der deutschen Darmzentren, deren nächste Arbeitstagung am 25. und 26. Juni in Stuttgart abgehalten wird. Torgauer Vertreter nehmen daran teil.
Eine weitere Anerkennung der Leistungen am Torgauer Kreiskrankenhaus stellt der Fakt dar, dass Chefarzt Dr. Breitbarth zum Sprecher des Nordwestsächsischen Darmzentrums (Klinikum St. Georg und die Krankenhäuser Grimma, Wurzen, Delitzsch, Eilenburg sowie Torgau) in Leipzig ernannt wurde. Auch dieses Zentrum strebt in diesem Jahr noch die überregionale Zertifizierung an.
Von einer enormen Steigerung der Zuweisungszahlen auf über 221 im Jahr 2010 an das Darmzentrum Torgau konnte Chefarzt Breitbarth berichten. „Die endoskopische Sprechstunde von Chefarzt Dr. E. Eggers bildete dafür eine wesentliche Grundlage“, erklärte er. Circa 60 kolorektale Darmresektionen bei Krebs wurden vorgenommen. Hinzu kamen bis zu 100 andere Darmoperationen wegen Entzündungen und Darmausstülpungen.
Neueste OP-Verfahren kamen und kommen zur Anwendung. So werden kleinere Mastdarmkrebse (die sehr genau selektiert werden müssen) sowie nicht bösartige Geschwülste im Mastdarm endoskopisch operiert. „Die sogenannte transanale endoskopische Mikrochirurgie – TEM – kommt zum Einsatz. Damit kann den Patienten eine große Operation beziehungsweise ein künstlicher Darmausgang erspart bleiben“, erläuterte der Chefarzt. Für diese OP-Verfahren wurden von technischer Seite spezielle Mikroskope und Tuben angeschafft. Drei Ärzte des Torgauer Kreiskrankenhauses absolvierten dazu eine Spezialausbildung in Magdeburg. Neu ist auch, dass bei vielen Patienten mit Mastdarmkrebs schon vor der Operation eine Bestrahlung oder Chemotherapie erfolgt, um so das Langzeitüberleben wesentlich zu verbessern.
Ausgehend vom Darmzentrum Torgau erfolgt auch eine Spezialisierung auf Metastasen-Chirurgie. Sie kommt unter anderem bei Lebermetastasen sowie bei Darm- und Brustkrebs zum Einsatz. Dabei hat sich eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Mammazentrum um Chefarzt Dr. med. Eike Simon am Torgauer Kreiskrankenhaus entwickelt. Komplexe Krebseingriffe, zum Beispiel mit Befall der Gebärmutter und des Darms, werden gemeinsam mit den Gynäkologen operiert. „Viele Patienten aus überregionalen Gebieten kommen deshalb nach Torgau“, weiß Dr. Breibarth.
Eine wesentliche Erfolgsgrundlage bilden die wöchentlichen Tumorkonferenzen. An denen nehmen neben Chefarzt Dr. Eggers als Gastroenterologe und Chefarzt Dr. Breitbarth als Darmspezialist auch der Pathologe, der Strahlentherapeut sowie mit Oberarzt Dr. Zehrfeld ein kompetenter Onkologe des Torgauer Kreiskrankenhauses teil.
Seit Herbst 2010 hat der Aufbau der Selbsthilfegruppe Darmkrebs begonnen. Bereits zwei Treffen gab es. Stomatherapeutin Sandra Klimt leitet die Gruppe gemeinsam mit Margit Loerzer vom Gesundheitsamt des Landkreises und einer betroffenen Patientin.
Unterstützt werden vonseiten des Darmzentrums Torgau die Aktivitäten der Felix-Burda-Stiftung zum Wohle von Krebspatienten. Außerdem ist man Teilnehmer am Netzwerk gegen Darmkrebs.
Am 26. Mai beteiligten sich Mitarbeiter des Darmzentrums am 2. Gesundheitstag des Kreiskrankenhauses Torgau. Nur einen Tag später folgte das Treffen der Zusatzbereiche des Darmzentrums. Am 18. Juni veranstalten Darm- und Mammazentrum einen gemeinsamen Tag der offenen Tür am Kreiskrankenhaus Torgau. „Selbstverständlich sind wir auch bei der Gesundheitsmesse der Torgauer Zeitung am 26. Juni in der Markthalle dabei“, verspricht Dr. Breitbarth. Er wird es auch sein, der am 21. September einen Vortrag beim Sozialverband VdK Sachsen in Torgau zum Thema „Darmkrebs“ hält.
