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22.05.2009 - Trauma-Netzwerk ist in Vorbereitung
Trauma-Netzwerk ist in Vorbereitung Torgau
(TZ). Chirurgen – ihr Hauptbetätigungsfeld ist der Operationssaal. Gleich mehrere, bestens ausgestattete davon existieren am Kreiskrankenhaus Torgau. Chefarzt, Dr. med. Werner Dudda, der die Abteilung leitet, ist unter anderem Spezialist für Unfallchirurgie, Handchirurgie, Operationen an der Schilddrüse sowie Facharzt für Orthopädie. Er versorgt beispielsweise Patienten mit einem neuen Hüftgelenk von höchster Qualität. Chefarzt Dr. med. Olaf Breitbarth leitet das überaus anerkannte 1. ostdeutsche Darmzentrum, das in Torgau gegründet und zertifiziert wurde und den Bereich Visceralchirurgie (Bauch-Chirurgie).
„Im Krankenhaus Torgau setzen wir auf ein breites Leistungsspektrum bei gleichzeitiger Spezialisierung“, merkte Chefarzt Dr. Dudda an. Ein Beispiel dafür stellt das jüngste Projekt dar. Hierbei handelt es sich um die Bildung eines Traumanetzwerkes zur Versorgung von Schwerstverletzten im Klinikverbund. „Wir wollen dabei ein regionales Traumazentrum werden, sind nämlich schon jetzt für die Versorgung schwerster Unfälle zugelassen“, ergänzte er. Für das hohe Niveau der Chirurgen in Torgau sprechen die ständig steigenden Fallzahlen. Schon im 1. Quartal 2009 ist ein Anstieg um zehn Prozent zum Vorjahr zu verzeichnen. Auch bei ambulanten Operationen gab es einen zweistelligen Anstieg im laufenden Jahr. Die ist nur dank der hohen Leistungsbereitschaft der Ärzte und des gesamten Personals sowie durch kürzere Verweildauern zu realisieren. Zugenommen haben ebenfalls die minimalinvasiven Operationen mittels Endoskop (Schlüsselloch-Operationen).
90 Prozent aller Gallenblasenentfernungen und Leistenbrüche werden bereits auf diese Art operiert. Bei Blinddärmen wird dies schon seit 15 Jahren konsequent als Methode in Torgau angewandt. Des Weiteren können Narbenbrüche oder Patienten mit Teffluxkrankheit mittels Bauchspiegelung operiert werden. „Auch erste Fälle am Dickdarm konnten wir dank des hochmodernen endoskopischen Ultraschallschneidegerätes, das am Krankenhaus existiert, bereits ohne großen Bauchschnitt operieren“, erläuterte Chefarzt Dudda. Bekannt ist die Torgauer Klinik auch für ihre Krampfadern-Operationen.
Nach dem Wechsel von Dr. H. Hönigschmid an das Medizinische Versorgungszentrum operiert er dort Krampfadern ambulant. Im stationären Bereich ist mit Dr. med. K. Slotta eine spezielle Fachärztin mit umfangreichen Erfahrungen auf diesem Spezialgebiet tätig. Durch intensive Weiterbildung ist sie in der Lage, die minimalinvasive Krampfadernchirurgie zu praktizieren. „Ständig an Bedeutung gewinnt auch die Tumorchirurgie. Hier können wir auf eine gute Zusammenarbeit in Diagnostik und Therapie mit den niedergelassenen Ärzten bauen“, bestätigte Chefarzt Dr. med. Dudda.
Mit dem zertifizierten Darmzentrum besitzt das Torgauer Kreiskrankenhaus eine Einrichtung, deren Anerkennung schon weit über die Grenzen des Versorgungsgebietes reicht. „Zum Teil kommen schon Patienten aus Leipzig zu uns, um sich Beratung bei besonders schweren Fällen von Tumoren zu holen“, bestätigte Chefarzt Dr. med. Breitbarth. In Torgau setzt man beispielsweise bei schweren Fällen von Mastdarmkrebs auf eine Chemotherapie sowie eine Bestrahlung vor der Operation. Damit können solche Tumore verkleinert werden, ohne dabei den gesamten Mastdarm zu entfernen.
So muss der Patient zum Beispiel nur vorübergehend mit einem künstlichen Darmausgang leben. Die Chance des Langzeitüberlebens wächst zudem. „Bewährt haben sich die enge Zusammenarbeit mit der onkologischen Praxis an unserem Krankenhaus sowie die wöchentlichen Tumorkonferenzen. Diese sind für die Klinik unserer Größe mit der Teilnahme von Pathologen und Strahlentherapeuten eine absolute Ausnahme. Sie sorgen aber dafür, dass zum Wohle des Patienten Spezialisten aus allen Fachbereichen gemeinsam bei der Therapie von Geschwulsterkrankungen entscheiden“, machte Chefarzt Dr. med. Breitbarth deutlich. In der Chirurgie gibt es übrigens eine besonders spezialisierte Schwester für Patienten mit künstlichem Darmausgang. Sie absolvierte ihre Qualifizierung bei laufendem Klinikbetrieb.
Die chirurgische Abteilung des Torgauer Kreiskrankenhauses verfügt über 70 stationäre Betten. Bei Notfällen kann auch eine Mehrbelegung realisiert werden. Hinzu kommen noch mehrere Intensivbetten. Zwei Chefärzte, zwei Oberärzte, drei Fachärzte und sechs Assistenzärzte bilden das Ärzteteam. Als neuer Oberarzt ist jetzt Dr. med. Hartung hinzugekommen. Nach Aussage beider Chefärzte können sie auf erfahrene, ortsansässige und gut ausgebildete Ärzte und Schwestern bauen, die ein hohes Maß an Engagement erbringen. Das sei bei der hohen Bettenauslastung besonders zu würdigen. Der Stellenschlüssel ist komplett besetzt. Neu ist die Stelle des sogenannten Stationsassistenten, eine Art Logistiker. Er fungiert als organisatorischer Mittler zwischen Arzt, Patient und Station.
„Einen Tipp an unsere hiesigen Abiturienten möchten wir zum Schluss noch geben: Wer sich für den Arztberuf entscheidet, der findet hier in der Heimat einen sicheren Job und beste Arbeitsbedingungen. Beweise dafür gibt es am Torgauer Kreiskrankenhaus genug“, stellten die Chefärzte, Dr. med. Dudda und Dr. med. Breitbarth, fest.
