Aktuelles
26.02.2010 - Herzprobleme und "Verschlusssache PAVK"
Sprichwörtlich aus allen Nähten platzte der „Pressetreff“ am Dienstag dieser Woche. Mit OA Dr. Tammam Ali und OA Lars Maiwald konnte die TZ zwei absolute Experten aus dem Torgauer Kreiskrankenhaus für das schon traditionelle Forum gewinnen. Hilfen für das kranke Herz und Informationen zur „Schaufensterkrankheit“ (PAVK) erwiesen sich als interessante Themen.
Überaus anschaulich stellte Dr. Ali die Reiz- und Versorgungsleitung am Herzen dar, machte dabei auf mögliche Störungen und deren Behandlung aufmerksam. Sehr deutlich wurde die Rolle des Herzens als Motor unseres Blutkreislaufes dargestellt. Der normale Herzrhythmus und bekannte Störungen wurden in einer sehr verständlichen Art und Weise dargestellt. Vielen der anwesenden Gäste war anzusehen, dass sie sich mit ihren Beschwerden und Krankheitsbildern wiederfanden. Viele von ihnen hatten bisher nur ein Detailwissen, dass nun am Dienstagabend wesentlich erweitert wurde.
Bei den Erläuterungen von Dr. Ali zum Einsatz von Herzschrittmachern beziehungsweise Defibrilatoren war zu spüren, wie die Informationen regelrecht aufgesogen wurden. So manche Ängste, Befürchtungen und falsche Vorstellungen wurden abgebaut, Tipps und Hinweise zu Risikofaktoren und entsprechenden Gegenmaßnahmen, die der Patient selbst mit ergreifen kann, wurden zur echten Lebenshilfe. Ausreichend Bewegung, Sport, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und mäßiger Alkoholgenuss spielen dabei ebenso eine Rolle wie physiotherapeutische Unterstützungsmaßnahmen, die auch bei Venenleiden (Vortrag OA Maiwald) nicht zu unterschätzen sind.
Oberarzt Lars Maiwald lag mit seinem Vortrag voll im Trend. Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA) hat nämlich vor wenigen Tagen symbolisch die „Verschlusssache PAVK“ geöffnet und damit die Informationskampagne über die Krankheit gestartet. „Bei PAVK kommt es zu einer krankhaften Verengung der Arterien im Becken oder in den Beinen. Sie wird umgangssprachlich auch „Schaufensterkrankheit“ genannt, erläuterte Oberarzt Maiwald. Die Krankheit fristet in der öffentlichen Wahrnehmung, der ärztlichen Diagnostik und im Informationsangebot des Gesundheitswesens ein Schattendasein, nicht so am Torgauer Kreiskrankenhaus, wo modernste Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten geboten werden.
Im Rahmen des Expertenforums konnte OA Maiwald gezielt über diese Volkskrankheit und ihre Präventionsmöglichkeiten aufklären. Eine frühe und umfassende Behandlung von Risikofaktoren der PAVK schützt vor den gravierenden Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Amputation“, so OA Maiwald. 4,5 Millionen Menschen sind deutschlandweit an einer PAVK erkrankt. Außerdem gehört die „Schaufensterkrankheit“ zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem höchsten Sterberisiko. Eine große bundesweite Studie hat gezeigt, dass jeder Fünfte vom Hausarzt untersuchte Patient über 65 Jahre PAVK im beginnenden oder sogar fortgeschrittenen Stadium hat – ohne davon zu wissen. Deshalb sollte bei den geschilderten Symptomen wie Schmerzen beim Laufen, geschwollenen Füßen oder Durchblutungsstörungen eine Abklärung erfolgen. Dazu dienen beispielsweise Druckmessungen und ein Laufbandtest.
Fragen & Antworten:
Vereiste Fußwege – was kann ich in der Wohnung gegen Bewegungsmangel tun?
Laufen Sie in den Zimmern auf und ab, oder gehen Sie um den Tisch. Fußgymnastik ist ebenfalls wirksam.
Kann ich beim Verdacht auf die Schaufensterkrankheit gleich ins Krankenhaus zur Angiologie kommen?
Informieren Sie zunächst den Hausarzt. Er wird bei Notwendigkeit eine Überweisung veranlassen. Die könnte auch zunächst zu einem Internisten erfolgen.
Spüre ich meinen Herzschrittmacher nach der Implantation oder ist er unter meiner Kleidung zu sehen?
Moderne Herzschrittmacher sind so klein und leicht wie möglich. Sie werden Ihr Gerät also in der Regel wenig spüren, wenn die Operationswunde einmal verheilt ist. Auch zu sehen sind die Geräte normalerweise kaum: Sie verschwinden meist nahezu in der Hauttasche.
Hinterlässt die Operation eine Narbe?
Normalerweise ja. Der Arzt wird den Schnitt für die Tasche unter der Haut so anlegen, dass der Herzschrittmacher hineinpasst. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie sich über eine Narbe Gedanken machen.
Löst der Herzschrittmacher allergische Reaktionen aus?
Bei der Herstellung von Herzschrittmachern/ ICDs/CRT-Geräten werden biokompatible Materialien, z. B. Titan, und besondere Kunststoffe verwendet. Damit reduziert sich das Allergierisiko auf ein Minimum.
Kann ich mich körperlich anstrengen oder Sport treiben?
Der Herzschrittmacher selbst schränkt Sie in Ihren Aktivitäten nicht ein. Im Gegenteil: Oft sind gerade durch das Gerät Sportarten oder Hobbys wieder möglich, denen Sie sich vor der Implantation (zum Beispiel wegen mangelnder Belastbarkeit) nicht widmen konnten. Vorsichtig sollten Sie bei Sportarten sein, bei denen es zu Schlägen auf die Brust oder weit ausholenden Armbewegungen kommen kann. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, was möglich ist und was nicht.
Heilt der Herzschrittmacher meine Herzerkrankung?
Nein. Aber Herzschrittmacher behandeln die Symptome der Herzerkrankung. Dadurch steigt die Lebensqualität. Muss ich weiterhin Medikamente nehmen? Herzschrittmacher ersetzen grundsätzlich keine Medikamente. Der Arzt entscheidet, welche Medikamente weiterhin notwendig sind.
Wie lange hält die Batterie meines Herzschrittmachers?
Die Batterie eines Herzschrittmachers hält ungefähr fünf bis zehn Jahre – je nachdem, wie häufig das Gerät aktiv werden muss.
Wie erkennt der Arzt, wann der Herzschrittmacher ausgetauscht werden muss?
Herzschrittmacher haben eine Laufzeitangabe. Der Arzt kann bei der Abfrage sehen, wie lange die Batterie mit den aktuellen Einstellungen noch hält. Eine Batterieerschöpfung zeigt der Herzschrittmacher dem Arzt rechtzeitig an.
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