Die Mädchen sind auf dem Vormarsch

Ein Blick auf die Statistik beweist: Erstmals seit 1993 wurden im Torgauer Kreiskrankenhaus mehr Mädchen als Jungen geboren. „Das ist überaus selten, da normalerweise pro 100 Mädchen mindestens 105 Jungen geboren werden“, weiß Chefarzt Dr. Eike Simon. Reagiert Mutter Natur damit auf das weiterhin niedrige Geburtenniveau? Schließlich bleibt es bei vielen Paaren auch nach über 20 Jahren nach der Wende bei einem Einzelkind. Doch erst die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich hier ein Trend herausbildet.

Insgesamt erblickten 437 Kinder im letzten Jahr das Licht der Welt im Torgauer Kreiskrankenhaus. Davon waren 218 Jungen und 219 Mädchen. Insgesamt sechs Zwillingsgeburten erfolgten. Analysiert man die Geburten noch detaillierter, dann kamen 80 Babys per Kaiserschnitt zur Welt. Das sind 18,6 Prozent. Daraus resultiert eine echte Besonderheit der Torgauer Klinik. „Diese Kaiserschnittrate ist niedrig. In Sachsen liegt sie bei circa 24 Prozent, in Deutschland bei über 30 Prozent. Der Hintergrund ist denkbar einfach: Wir wollen den Frauen bei hohem Sicherheitsstandard möglichst nicht das Geburtserlebnis nehmen. Außerdem profitieren die Kinder nachweislich ein Leben lang von einem natürlichen Start in ihr Erdendasein“, erklärte Chefarzt Dr. Simon.

Ein Dammschnitt musste bei 61 Geburten, das sind 14 Prozent, vorgenommen werden. Die Dammschnitt-rate ist damit ebenfalls sehr niedrig, was aus der langjährigen Erfahrung der Hebammen resultiert und den Frauen durch weniger Schmerzen und geringere Folgen für den Beckenboden zugutekommt. Geburten aus der Steißlage waren 17 zu bewältigen. Acht davon erfolgten spontan, neun per Kaiserschnitt. „Bei uns kam damit fast jede zweite Steißlagengeburt auf natürlichem Wege zur Welt. Dies ist durch aufwendige und einfühlsame Vorbereitung der werdenden Mütter in Kombination mit einem sehr erfahrenen Team aus Hebammen und Fachärzten der Geburtshilfe sowie der Kinderheilkunde möglich“, freut sich der Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Eike Simon. Der Stolz ist berechtigt. Aufgrund mangelnder Routine müssen viele andere geburtshilfliche Einrichtungen bei Beckenendlagen grundsätzlich einen Kaiserschnitt durchführen, obgleich dies aus medizinischer Sicht überhaupt nicht gerechtfertigt ist.

Schließlich bewiesen Ärzte, Hebammen und Schwestern erneut ihr Wissen und Können bei den 27 Frühgeburten (6,3 Prozent), die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen. Die Frühgeborenenrate entspricht dem deutschen Durchschnitt. „Dank der guten Zusammenarbeit mit der Neonatologie (Neugeborenenmedizin, Frühgeborenenmedizin und Neugeborenenvorsorge, Anm. d. Red.) versorgen wir auch auf diesem Gebiet alle Geburten ab der vollendeten 32. Schwangerschaftswoche bei uns im Kreiskrankenhaus Torgau und müssen nur Mütter, bei denen die Beendigung der Schwangerschaft noch zeitiger notwendig wird, in die Uniklinik Leipzig verlegen“, erläuterte Dr. Simon.

Chefarzt Dr. Joachim Müller hat weitere Verbesserungen für den Bereich der Geburtshilfe bestätigt, die auch beim Aufsichtsrat der Klinik auf Zustimmung stießen. „Die konkreten Planungen liegen vor und wir wollen noch in diesem Jahr an die Umsetzung gehen“, sagte Dr. Joachim Müller. Über der  Rettungswagenhalle entstehen zwei neue Zimmer, die eine direkte und kurze Anbindung der Gynäkologie an die Kreißsäle ermöglichen. Die Kreißsäle selbst werden komplett modernisiert und klimatisiert. Auch die Wünsche und Anregungen der jungen Muttis und der Hebammen fließen dabei ein. Die bisherige Station 7 wird dann Geburtshilfe. Damit wird auch eine größere Nähe zur Pädiatrie (Kinderabteilung) und eine wesentliche Komfortverbesserung erreicht.

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