Die Sprache des Blutes entschlüsseln

MTLA Susann Born arbeitet im Labor des Torgauer Kreiskrankenhauses

Gesundheitliche Probleme können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Um die exakten Gründe herauszufinden, werden vom behandelnden Arzt neben körperlicher Untersuchung, Anamnese, bildgebender Verfahren auch die Labordiagnostik eingesetzt.

Im Torgauer Kreiskrankenhaus arbeitet das engagierte und hochqualifizierte Team um Diplom-Chemiker Olaf Kliem auf diesem Gebiet. Moderne Technik steht zur Verfügung, aber auch eine ständige Qualifikation und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen sind unerlässlich.

 

So nutzten die Medizinisch-technische Laborassistentin (MTLA) Susann Born und ihre Kollegin Antje Tittmann die Möglichkeit,  ein Praktikum an der Uni-Klinik Leipzig im Bereich Hämatologie und internistische Onkologie bei Prof. Niederwieser von Februar bis Juni 2014 zu absolvieren. „In unserem Laborleiter und in OA Thomas Zehrfeld aus dem Bereich der Onkologie fanden wir Befürworter für dieses Anliegen. Während dieser Weiterbildung konnten wir unser Wissen und Können auf dem Gebiet der Knochenmarksdiagnostik  erweitern bzw. vertiefen“, erinnert sich Susann Born.

Sie selbst hatte von 2000 bis 2003 eine Fachschulausbildung zur Medizintechnischen Laborassistentin an der Uni Leipzig absolviert. Anschließend arbeitete sie in einem Notfalllabor in München und dann im Bereich Infektionsserologie in Augsburg. Als sich die Chance bot, in das Labor am Kreiskrankenhaus Torgau zu wechseln, bewarb sie sich und wurde  eingestellt.  „Hier in Torgau macht mir die Arbeit großen Spaß. Anders als in Großkliniken haben wir noch direkten Kontakt zum Patienten, nehmen auch noch selbst Kapillarblut ab“, weiß sie um die Vorteile. 

Apropos Blut – mithilfe der Labordiagnostik lassen sich entscheidende Rückschlüsse ziehen. Wenn nach der ärztlichen Untersuchung des Patienten der Verdacht einer Erkrankung des blutbildenden Systems (z. B. Leukämie) besteht, so ist die Untersuchung des Knochenmarks sinnvoll. Bevor eine Knochenmarkpunktion vorgenommen wird, werden wichtige Laborparameter wie das große Blutbild und klinisch-chemische Parameter aus dem peripheren Blut bestimmt.

 

Großes Blutbild

 

Die wichtigsten Parameter davon sind:

1. Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

2. Erythrozyten (rote Blutkörperchen)

3. Hämoglobin (Blutfarbstoff)

4. Thrombozyten (Blutplättchen)

5. Differenzialblutbild (Die Leukozyten werden nach unterschiedlicher Morphologie – Größe, Kernform – eingeteilt,

    z. B. Segmentkernige, Stabkernige,

    Lymphozyten usw.

 

Klinische Chemie

 

Die wichtigsten Parameter sind:

1. Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid)

2. Leberwerte (Bilirubin, ALAT, ASAT …)

3. Nierenwerte (Harnstoff, Harnsäure, Creatinin …)

4. Herzwerte (Troponin, Myoglobin, …)

5. Anämiewerte (Eisen, Folsäure, Vitamin B 12, …)

6. Schilddrüsenwerte (TSH, FT3, FT4)

 

Wenn bei der Vordiagnostik zum Beispiel die Leukozyten stark erhöht sind und das Differenzialblutbild schon unreife Zellen anzeigt, dann scheint eine Knochenmarkpunktion angeraten, um eine Blutkrebserkrankung auszuschließen. Im Torgauer Kreiskrankenhaus wird diese meist donnerstags vorgenommen.

Die anschließende Beurteilung erfolgt mikroskopisch am Kreiskrankenhaus Torgau und weitere spezielle Untersuchungen erfolgen in Leipzig, z. B. die Genetik und die Pathologie.

 

 

Knochenmark wird wie folgt mikroskopisch beurteilt:

1. Mark insgesamt (Zelldichte)

2. Erythropoese (Bildung der roten Blutkörperchen)

3. Myelopoese und 4. Lymphopoese (Bildung der weißen Blutkörperchen)

5. Megakaryozytopoese (Bildung der Blutplättchen).

 

Durch eine Störung einer oder mehrerer dieser Poesen kommt es zu verschiedenen Erkrankungen.

 

Folgende Krankheiten können durch Veränderung im Knochenmark entstehen:

1.  MDS – Myelodysplastisches Syndrom (Vorstufe einer Leukämie)

2.  Leukämie (Bildungsstörung der weißen Blutkörperchen)

     • AML – Akute Myeloische Leukämie

     • ALL – Akute Lymphatische Leukämie

     • CML – Cronische Myeloische Leukämie

     • CLL – Cronische Lymphatische Leukämie

     2.1. Lymphome

     2.2. Plasmozytom

3.  Polycythaemia vera (Bildungsstörung der roten Blutkörperchen)

     3.1. Anämieformen (z. B. Vitamin-B12-Mangelanämie; Eisen-Mangelanämie)

4.  essenzielle Thrombozythämie (Bildungsstörung der Blutplättchen)

 

Die mikroskopische Differenzierung des Knochenmarks im Zentrallabor des Kreiskrankenhauses Torgau liefert dem behandelnden Hämatologen wichtige und vor allem zeitnahe Hinweise zur Diagnose und Behandlung des Patienten. 

Die etwas länger dauernden genetischen und pathologischen Untersuchungen, die in Leipzig durchgeführt werden, vervollständigen den Befund.

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