Oh, Baby! Wir plaudern aus dem Torgauer Kreißsaal

Der Kreißsaal ist immer erreichbar.

Es ist so angenehm hier, fast schon gemütlich“, ging es mir durch den Kopf, als ich damals hochschwanger, mit meinem Freund und fünf anderen Pärchen von Katrin Koch durch den Kreißsaal geführt wurde. Dass sie seit über 35 Jahren mit Leib und Seele Hebamme ist, spürt man in jedem Gespräch und bei jeder ehrlichen Antwort auf die typischen Fragen werdender Eltern. Katrin ist eine von derzeit acht am Kreiskrankenhaus Johann Kentmann tätigen Torgauer Geburtshelferinnen, Kelly Merkel und Eva-Maria Seider sind die jüngsten im Team und bereichern seit 2017 als lang ersehnte Verstärkung die generell sehr familiäre Atmosphäre. Als hier, im ersten Stock des „alten“ Flügels vor wenigen Jahren renoviert werden sollte, kam die Klinikleitung in Bezug auf Fragen zur künftigen Kreißsaalgestaltung direkt auf das Geburtshilfe-Team zu, denn sie wussten nicht nur, welche technischen Voraussetzungen in einem modernen Kreißsaal erfüllt werden, wo die Wege möglichst kurz gehalten und Platz für der Sicherheit von Mutter und Kind dienenden Überwachungsgeräten (CTG, pH-Messgerät, Ultraschall usw.) vorgesehen werden musste. Sie kannten aus ihrer jahrelangen Praxis mit den Gebärenden auch ihr Bedürfnis, sich während des Geburtsvorgangs sicher, geborgen und eben nicht wie im Krankenhaus zu fühlen. 

Krankenhaus-Feeling, adé!

Vielen Frauen gibt die Möglichkeit, jederzeit einen Arzt dazu holen zu können, Sicherheit, aber die Räumlichkeiten vermitteln ihrerseits den bemerkenswert heimeligen Eindruck, sollen für diese anstrengenden Stunden schließlich das eigene Zuhause ersetzen. Kreißende Frauen sollen sich hier keine Gedanken darüber machen, wer sie sehen oder hören könnte, in die Stationsräume kommt man als Besucher nicht einfach so hinein. Hier gibt es zwei Kreißsäle und einen Raum, in dem man sein Kind in einer Geburtswanne zur Welt bringen kann, aber keine Krankenzimmer in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Ort des Geschehens“. Für die jungen Familien sind diese Stunden etwas sehr intimes, ohne Zweifel für alle Anwesenden anstrengend, manchmal sogar traurig, aber meistens von schier endlosem Glück gekrönt. Die letzten Momente „nur“ als Paar und die ersten als Familie erleben die Geburtshelferinnen in Torgau mit „ihren“ Frauen. Sie wissen bereits, welche Ängste sie haben und ob sie gesundheitlich vorbelastet sind - beispielsweise hinsichtlich eines erhöhten Thromboserisikos oder vererbbarer Hüftfehlstellungen. Weil jede Geburt anders ist, sich auch die Kinder mal mehr mal weniger Zeit nehmen und ebenfalls ihr ganz eigenes „Kampfgewicht“ mit in die Geburt einbringen, erleben auch die Hebammen ihren Beruf jeden Tag neu. Oftmals haben sie die Mamas und ihre Männer bereits vor diesem Tag im Rahmen eines Geburtsvorbereitungskurses kennen gelernt, denn die meisten betreuen auch außerhalb der Klinik Schwangere und frisch gebackene Eltern und stehen ihnen für Fragen und bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite. 

Der Kreißsaal ist immer erreichbar

In Torgau werden alle Frauen im Kreißsaal angenommen und bei einer Geburtenzahl von durchschnittlich 450 pro Jahr (Tendenz steigend!) spricht alles dafür, dass man sich hier in guten Händen wähnt. Jeden dritten Mittwoch im Monat findet für den ganz persönlichen Eindruck ein Informationsabend direkt im Kreißsaal statt, bei dem Interessierte und werdende Eltern sich die Räumlichkeiten zeigen und die Behandlungsmöglichkeiten von A bis Z vorstellen lassen können. Der nächste Termin dafür ist am 13. Mai vorgesehen (Treff ist 18 Uhr im Foyer des Krankenhauses).

 Rund um die Uhr ist jemand da, die Beleghebammen hier arbeiten in Doppelbesetzung, damit für Termin- oder Beschwerde-Untersuchungen, stationäre Behandlungen und natürlich für die Gebärenden immer jemand da sein kann. Ist eine Hebamme zum Beispiel mit einer werdenden Mutter beschäftigt und eine Zweite ruft bereits an, sie liege in den Wehen und werde jede Minute ins Krankenhaus aufbrechen, wird auch diejenige Kollegin informiert, die gerade Rufbereitschaft hat, um sich zur Verstärkung auf den Weg zu machen. Falls unerwartete Schwierigkeiten den natürlichen Geburtsvorgang stören sollten, sind Ärzte der Fachrichtungen Geburtshilfe, Kinderheilkunde und Anästhesie ebenfalls rund um die Uhr anwesend. Dies ermöglicht die sichere Begleitung auch von Risikogeburten, notfalls durch operative Eingriffe.

Papa herzlich willkommen!

Nach der Niederkunft und der ersten Versorgung von Mutter und Kind geht es aufs Zweibett- oder ins Familienzimmer zum ersten „Kennenlernen“ ganz in Familie. „Dieses Angebot wird gern genutzt, auch, weil hier die Väter mit übernachten und ganz nah bei ihren Frauen und den kleinen Würmchen sein können.“, erklärt Evelyn Sonntag, die seit 35 Jahren in der Torgauer Klinik Kindern auf die Welt hilft. Das Krankenhaus ist für spontane Entbindungen auch mit Babykleidung für die jeweils ersten Tage ausgestattet und verfügt über Kinderwägen, die man sich zum Spaziergang im klinikeigenen Garten ausleihen kann. Jede der Hebammen in Torgau hat ein Spezialgebiet, kann zum Beispiel Akupunktur zur Schmerzerleichterung, Aromatherapie zur Entspannung, Yoga zur Vorbereitung der Becken-, Rücken- und Bauchmuskulatur auf den Geburtsvorgang anbieten. 

 

Entbindung, Pflege & Versorgung

 

Sind die Kleinen gesund und munter und auch fern der Kliniktüren im Leben angekommen, besuchen Katrin Koch oder eine ihrer Kolleginnen sie und ihre Eltern zuhause (auch im Vorfeld haben sie sich so bereits ein Bild davon machen und den Familien nützliche Tipps zum Schlaf- und Wickelplatz geben können), zeigen ihnen beruhigende Massage-Griffe und verraten Hausmittel für ganz alltägliche Baby-Wehwehchen wie Bauchschmerzen bei Koliken, Stillproblemen oder Hautreizungen bei Mama und Kind. Dabei sind sie auch die direkte Verbindung zwischen Eltern und Kinderstation, denn selbstverständlich raten sie bei schwerwiegenderen Beschwerden dazu, den Kinderarzt oder das Krankenhaus aufzusuchen, statt allein nach Lösungen zu fahnden und im Zweifel wertvolle Zeit zu verlieren. Gerade beim ersten Kind sind die Eltern meist noch sehr vorsichtig, geben sich größte Mühe bei der noch neuen Pflege des Kindes und dementsprechend oft klingelt das Telefon bei der Hebamme ihres Vertrauens. Warum das so ist, erklärt Gabriele Feiste folgendermaßen: „Wir sind auch dafür da, die Mütter in ihrer neuen Rolle sowohl bei der physischen Genesung zu unterstützen, als auch in Fragen rund um Ängste und mögliche Überlastungen vertrauensvoll zuzuhören und wo wir können, Hilfestellung zu geben.“. Diese Philosophie macht jede der acht Frauen am Kentmann-Krankenhaus in Torgau zur verständnisvollen Bündnispartnerin „ihrer“ Mütter.

Quelle: Torgauer Zeitung

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