Schlaganfall: Risiken, Therapien, Prophylaxe

Knapp 270 000 Menschen erleiden pro Jahr einen Schlaganfall in Deutschland. Bei vielen führt das zu bleibenden Schäden. Wer die Warnsignale seines Körpers beachtet, Risiken abbaut und schnell ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt, der hat gute Chancen. Das machten Chefarzt Dr. Tammam Ali und Oberarzt Lars Maiwald beim TZ-Expertenforum am Donnerstag deutlich. Mit über 110 Gästen war der Pressetreff der Torgauer Zeitung bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Interesse an aktuellen Informationen rund um das Thema Gefäßerkrankungen und Schlaganfall erwies sich als enorm. „Und das ist gut so. In den letzten Jahren sind durch Information und Prävention deutliche Erfolge zu verzeichnen“, machte Chefarzt Dr. T. Ali deutlich.

„Was passiert, wenn es oben eng wird?“, – mit dieser durchaus provokanten Frage stieg OA Lars Maiwald in seinen Vortrag ein. Dabei machte er deutlich, dass eine ausreichende Blutversorgung für den gesamten Kopf existenziell wichtig ist, um Denken, Sprechen, Körperbewegung, Sehen und Hören störungsfrei zu gewährleisten. Wenn es beispielsweise in der Kopfschlagader zu Ablagerungen (Plaques) kommt, dann kann es gefährlich werden. „Sie müssen sich das wie bei einer Wasserleitung vorstellen, die mit der Zeit verkalkt“, wählte er das anschauliche Beispiel. Da das Blut auf verschiedenste Wege zum Kopf gelangt, befasste sich OA Maiwald diesmal speziell mit dem sogenannten hinteren Stromgebiet (Wirbelsäulenarterie, Schlüsselbeinarterie). Kommt es hier zu Veränderungen, können Tinnitus, Drehschwindel, Kopfschmerzen, Kribbeln in den Extremitäten und Gangunsicherheit auftreten. Das sind untrügliche Warnsignale, deren Ursache unbedingt abgeklärt werden muss. Beidseitige Blutdruckmessungen, Pulsmessungen und natürlich eine Ultraschalluntersuchung der Gefäße kann Aufschluss geben. Stellt der Arzt Gefäßveränderungen fest, so setzt häufig eine konventionelle Therapie mit ASS 100 ein. Aber auch eine Dehnung der betroffenen Gefäßstellen mit einem Katheter oder das Setzen eines Stents sind heute gängige Methoden. Das gilt auch für das Setzen eines Bypasses. Wie dies alles praktisch geschieht, wurde anschaulich an Beispielen gezeigt.

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache“, verdeutlichte Dr. Ali anhand von Zahlen und Fakten. Er stellte auch einen Zusammenhang mit dem dramatischen Anstieg von Diabetes dar. Jede dritte Frau und jeder sechste Mann in Deutschland leidet unter Krampfadern. Dies alles muss im Zusammenhang gesehen werden, wenn man die Ursachen für einen Schlaganfall bestimmen will. Durchblutungsstörungen können zu einem artero-thrombotischen Schlaganfall führen. Treten plötzlich Sprach-, Seh- und Gleichgewichtsstörungen auf, heißt es schnell zu reagieren. „Zeit ist Gehirn“, lautet da eine nicht zu unterschätzende Weisheit. An sehr konkreten Beispielen stellte Chefarzt Dr. Ali die unterschiedlichsten Krankheitsbilder bei Gefäßveränderungen dar. Bei den Diagnoseverfahren zeigte er die Stärken und Schwächen von Ultraschall und MRT auf. Ausführlich widmete er sich den Behandlungsformen. Er sprach sich an erster Stelle für eine Veränderung der bisherigen Lebensweise aus.

„Bewegung ist wichtiger als eine medikamentöse Behandlung. 1000 Schritte am Tag können schon sehr wirkungsvoll sein, wie aktuelle Studien belegen“, erklärte er. Ist es jedoch zu einem Verschluss eines Gefäßes gekommen, so muss dies schnellstmöglich geöffnet werden. Der Notruf ist zu wählen. Dann entscheidet der Arzt, wo und wie die Behandlung erfolgen kann bzw. muss. Spezialkliniken, sogenannte Stroke-Units, gibt es beispielsweise in Wermsdorf und Leipzig. Aber auch im Kreiskrankenhaus Torgau kann dank modernster Kommunikationstechnik sofort mit den Fachärzten der Zentren über die Art und Weise der Behandlung entschieden und diese vorgenommen werden. Als sehr wichtig bezeichnete Dr. Ali die optimale Einstellung der Nebenerkrankungen zum Beispiel durch ASS 100, Blutfettsenker, ACE-Hemmer (deaktivieren Plaques) und die optimale Blutdruckeinstellung. Vorgestellt wurden durch ihn die chirurgische Therapie als Standardtherapie und die Endovaskuläre Therapie (Setzen eines Stents).

Von der Wirksamkeit her können beide Methoden zur Behandlung der Gefäßerkrankung als gleichwertig eingeschätzt werden. „Das Alter, das Geschlecht und die Stärke der Erkrankung spielen bei der Entscheidung über den Einsatz der jeweiligen Methode eine Rolle“, so Chefarzt Dr. Ali. Entscheidend sei für ihn der Fakt, wer den jeweiligen Eingriff vornimmt. Im Anschluss an die Vorträge konnten die beiden Ärzte noch zahlreiche Fragen der anwesenden Gäste beantworten.
 
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