„Senior-Darmoperateur“ fördert Chirurgennachwuchs

Chefarzt Dr. med. O. Breitbarth arbeitet seit 30 Jahren am KKH Torgau

Ganz bewusst hatte sich der heutige Chefarzt der Visceralchirurgie damals für eine Tätigkeit an der heimischen Klinik entschieden. Seit dem 1. September 1989 wendet Dr. med. Olaf Breitbarth sein ganzes Wissen und Können zum Wohle der Patienten des Torgauer Kreiskrankenhauses auf. Und dabei ging und geht es ihm stets um den Einsatz modernster und schonender Operationsmethoden sowie der entsprechenden Technik. Zu seinen Spezialgebieten gehört unter anderem die laparoskopisch assistierte OP-Methode (im Volksmund „Knopflochchirurgie“).  „Anfang der 90iger Jahren wurde diese am Kreiskrankenhaus Torgau eingeführt. Zuvor fand die offene Chirurgie mit teilweisen großen Schnitten Anwendung“, erinnert sich Dr. Breitbarth. Er weiß auch noch genau, dass damals mit der neuen OP-Technik in der Reihenfolge Chefarzt, dann die Oberärzte und schließlich die Assistenzärzte laparoskopisch operieren durften. 30 Jahre später erhalten die chirurgischen Assistenten an der Torgauer Klinik gleichberechtigt die Chance, auf diese Art zu operieren. „Mit modernen, minimalinvasiven Eingriffen wecken wir bei den jungen Kollegen die Begeisterung für unsere Spezialrichtung“, begründet Chefarzt Breitbarth seine Entscheidung. Und er behält Recht, wenn man sieht, was OÄ Dr. Slotta und OA Dr. Ullm bereits in Torgau leisten. „Sie profitieren echt von den Erfahrungen der „alten Hasen“, so wie ich damals vom Zusammenwirken mit Dr. U. Balster, Dr. H. Hönigschmid und Dr. W. Dudda“, lautet sein Fazit.

Seit 20 Jahren ist Dr. Breitbarth nun schon Oberarzt und Chefarzt. In diese Zeit fällt eine signifikante Erweiterung des Spektrums der laparoskopischen Operationen.  Ende der 90iger Jahre erfolgte die erste OP eines Leistenbruchs auf diese Art. Inzwischen sind es ca. 2500 Patienten, denen Chefarzt Breitbarth auf diese Weise helfen konnte. Im Jahr 2001 folgte die erste Darmresektion (Sigma-Resektion) mittels Knopflochchirurgie. Bei akuten Entzündungen des Dickdarmes, besonders bei Divertikelerkrankungen gehört die laparoskopische Operation durch Dr. Breitbarth längst zum Standard. Und es sind immer mehr Bereiche, in denen die schonende Methode Anwendung findet. Dazu gehören gutartige Erkrankungen im Bauchraum wie der Galle, des Blinddarms und der Leistenbruch sowie die onkologische Therapie bösartiger Tumore. Aber auch z.B. Zwerchfellbrüche, die Korrektur von Refluxerkrankungen, Narbenbrüche, Dickdarm- und Mastdarmkrebserkrankungen werden heute zum Großteil minimalinvasiv behandelt. Wenn man bedenkt, dass es sich hier um onkologische Operationen mit vollständiger Entfernung des befallenen Mastdarmes oder des Dickdarmes und den dazugehörigen Lymphknoten mit anschließender Rekonstruktion der Darmverbindung handelt, ist dies umso beachtlicher. Immer seltener müssen dabei künstliche Darmausgänge auf Dauer angelegt werden. 

Ein weiterer Meilenstein in seiner ärztlichen Tätigkeit war für Chefarzt O. Breitbarth die Gründung des 1. Ostdeutschen Darmzentrums am Torgauer Kreiskrankenhaus im Jahre 2006. Das Zentrum genießt heute einen sehr guten Ruf bei Patienten weit über die Kreis- und Landesgrenze Sachsens hinaus. Das verdeutlichen auch die aktuellen Zahlen so wurden 2018 insgesamt 52 kolorektale Karzinome operiert. Bis Ostern dieses Jahres waren es schon 28 OP-Fälle. 75 Prozent aller Fälle konnten dabei laparoskopisch operiert werden. Auch bei Mastdarmkrebs ist die Einsatzrate sehr hoch. „Dank moderner Radio-Chemo-Therapie kann der Krebs oft so verkleinert werden, dass bei der OP nach Möglichkeit der Schließmuskel des Patienten erhalten bleibt“, erläutert Dr. Breitbarth. Für seine Leistungen wurde er im Jahr 2015 als „Senior-Darmoperateur“ von der Deutschen Krebsgesellschaft geehrt. 

Und immer weitere Bereiche werden von der Knopfloch-Chirurgie erobert. Erst vor wenigen Wochen konnte OA Dr. Ullm seine erste selbständige Magenkarzinom-OP mit sehr gutem Ergebnis auf diese Art durchführen. Das gesamte Team, das hinter dieser Leistung steht, also auch unsere Narkoseärzte und Anästhesieschwestern und unsere OP-Schwestern sowie die chirurgischen Assistenzärzte, können sehr stolz darauf sein. 

„Professionalität und Qualität in der Medizin sind für mich sehr wichtig. Dabei stehen der Patient und seine Genesung stets im Mittelpunkt. Nur durch eine ehrliche und offene Zusammenarbeit, auch mit den niedergelassenen Kollegen und Stomatherapeuten, lassen sich so zukünftig Probleme lösen“, lautet das Credo von Chefarzt Dr. med. Olaf Breitbarth. Chirurgie ist für ihn Teamarbeit. Und so ergänzt er abschließend: „Als Chef muss ich vorangehen, darf aber nicht Individualist bleiben. Meine Erfahrungen, mein Wissen und Können muss ich vielmehr an die jungen Kollegen weitergeben. Bei dieser Sichtweise habe ich stets die Zukunft der Chirurgie am Kreiskrankenhaus Torgau im Blick. Wenn es gelingt, die jungen Kollegen gut auszubilden und zu motivieren, werden wir auch künftig gute Arbeit im Bereich Chirurgie an unserer Klinik leisten können“.

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