Viele Schlaganfälle sind vermeidbar

Gespräch mit OA Lars Maiwald anlässlich des bundesweiten „Tages gegen den Schlaganfall“

Torgau. In Deutschland erleiden jährlich rund 270 000 Personen einen Schlaganfall, wobei zu 80 Prozent Menschen ab einem Alter von 60 Jahren betroffen sind. Im Jahr nach dem Erleiden eines Schlaganfalls versterben bis zu 40 Prozent der Betroffenen und etwa 64 Prozent der Überlebenden bleiben pflegebedürftig.
In diesem Jahr steht Aktionstag deshalb unter dem Motto „Stopp den Schlaganfall - mit Nachdruck gegen Hochdruck!“ Im Gespräch mit Oberarzt Lars Maiwald, Angiologe an der Kreiskrankenhaus Torgau „Johann Kentmann“ gGmbH sollen wichtige Informationen in das Blickfeld gerückt werden.

TZ: Wodurch wird ein Schlaganfall ausgelöst?

OA L. Maiwald: Bei einem Schlaganfall verstopft oder platzt ein Blutgefäß im Gehirn oder ein Gefäß im Halsbereich, das für die Hirnversorgung zuständig ist. Somit werden die Gehirnzellen nicht mehr ausreichend versorgt und können absterben. Durch schnelles Handeln können die Folgen eines Schlaganfalls somit begrenzt werden. Bei jedem Verdacht auf Schlaganfall muss umgehend der Notruf (112) verständigt werden.

Wodurch macht sich ein Schlaganfall bemerkbar?

Charakteristische Anzeichen sind Seh- und Sprachstörungen, Lähmung und Taubheitsgefühl, Schwindel mit Gangunsicherheit und ein sehr starker Kopfschmerz. Der Betroffene sollte weder trinken noch Medikamente zu sich nehmen. Bei Bewusstlosigkeit ist er in die stabile Seitenlage zu bringen. Gegebenenfalls muss umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden.

Der Tag gegen den Schlaganfall soll aber auch über die Prävention von Schlaganfällen informieren, denn Experten zufolge ließen sich rund 70 Prozent aller Schlaganfälle verhindern. Was sagen Sie?

Bluthochdruck ist der am weitesten verbreitete Risikofaktor des Schlaganfalls. 20 bis 30 Millionen Menschen leiden allein in Deutschland daran, schätzt die Deutsche Hochdruckliga. Sie alle haben ein mindestens vierfach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Grund dafür ist vor allem die Arteriosklerose (Gefäßverengung und -verhärtung), eine Folge des Hochdrucks.

Moderne Medikamente können doch sicher hilfreich sein?

Viele Patienten sind trotz der Einnahme von Medikamenten nicht gut eingestellt. Zudem liegen bei ihnen neben dem Hochdruck oft weitere Erkrankungen und Risikofaktoren vor. Diese Patienten erhalten mehrere Medikamente, sind aber mit der regelmäßigen Einnahme verschiedener Präparate häufig überfordert.

Und was raten Sie?

Eine gute Aufklärung und Vorbeugung sind ganz wichtig. Unser Blutdruck wird zu 60 bis 70 Prozent durch unseren Lebensstil bestimmt. Es gibt sehr wirksame Möglichkeiten der sanften Blutdrucksenkung. Ganz vorne steht die regelmäßige Bewegung. Wer viermal die Woche für mindestens eine halbe Stunde Sport treibt, kann seinen Blutdruck um bis zu 15 mmHg senken.

Eine zweite, wichtige Empfehlung ist die salzarme Ernährung, denn zu viel Salz treibt den Blutdruck in die Höhe.

Zählen Herzrhytmusstörungen auch zu den Risikofaktoren?

Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern ist ein ähnlich großer Risikofaktor wie der Bluthochdruck. Jeder vierte bis fünfte Schlaganfall wird durch sie hervorgerufen. Da Vorhofflimmern nicht immer Beschwerden verursacht, bleibt es häufig unbemerkt. Manche Patienten nehmen Vorhofflimmern als unangenehmes Herzklopfen, Herzstolpern, Herzrasen oder Schwindel wahr. Solche Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Am Torgauer Kreiskrankenhaus verfügen wir  über die erforderliche Technik und die Spezialisten mit geeigneten Untersuchungsmethoden.

Gespräch: Frank Lehmann

Oberarzt Lars Maiwald leitet den Bereich Angiologie am Kreiskrankenhaus Torgau.

Foto: TZ/Lehmann

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